Wenn man nach Disneyland will und Corona dazwischen funkt…

Manchmal kommen die Dinge anders und positiver als man denkt. Nachdem meine 13-jährige Tochter und meine Frau den Wunsch geäußert hatten, im nächsten Urlaub unbedingt mal nach Paris ins Disneyland zu wollen, so war mein Wunsch unseren Urlaub mit einem Wohnmobil zu machen. Dementsprechend schmiedeten wir also unsere Pläne. Ein Wohnmobil musste her! Gesagt, getan – Google befragt. Bei Stadt Land Camp wurden wir fündig und mit großem Einsatz und sehr sympathischer Energie beraten. Leider hat uns dann, wie wohl vielen anderen auch, Corona einen Strich durch die Rechnung gemacht. Zumindest im Bezug auf Disneyland.
Ein neuer Plan musste also her! Aufgrund der Umstände wollten wir kein Risiko eingehen und schwangen um auf eine Camping-Tour durch Deutschland – auch Deutschland hat viele schöne Ecken! Beim gemeinschaftlichen Frühstück am Sonntagmorgen war es dann soweit. Jeder durfte seine Urlaubswünsche äußern. Es dauerte nicht lange und der neue Urlaubsplan stand fest: Zuerst dem Europa-Park in Rust und dem Bodensee einen Besuch abstatten, sowie unsere Familie in München besuchen. Anschließend einen Abstecher in die schöne Lausitz und zum Schluss unserer Camping Tour mit der Megazipline im Harz fliegen (Europas größte Doppelseilbahn).
Wichtig für uns war, spontane Planänderungen zu ermöglichen und lange Tagestouren zu vermeiden. Leider haben wir das mit meiner Planung nicht ganz geschafft. An 2 Tagen mussten wir jeweils zirka 600km zurücklegen. Aber als alter Transporter-Fahrer war das schließlich kein Problem.
Die Campingplätze an den jeweiligen Orten haben wir im Vorhinein gebucht und dies im Corona-Sommer auch nicht bereut. Bei der Auswahl der Campingplätze war uns vor allem wichtig, dass unseren Kindern ausreichend Freizeitaktivitäten geboten werden.  Aber auch die Ausstattung und der Service, wie z.B. moderne sanitäre Anlagen, haben zur Auswahl der Campingplätze beigetragen.

… landet man mit dem Miet-Wohnmobil schnell mal auf einer Pirateninsel im Weserbergland, DE.

Von Samstag auf Montag verbrachten wir unsere ersten Tage auf dem Campingplatz Kalletal (https://www.campingpark-kalletal.de/) im Weserbergland in Nordrhein-Westfalen und waren angenehm von der sehr modernen, ja fast schon deluxen Aufmachung überrascht. Die Internetseite hatte definitiv nicht zu viel versprochen. Jeder von uns kam auf seine Kosten! Von einer Seen-Landschaft inklusive Pirateninsel und Ostsee-Strand-Feeling, bis hin zu ausgeklügelten Currywurst-Menüs für Kinder, Männer und Frauen ;-). Wirklich empfehlenswert UND LECKER!

Das Ankommen gestaltete sich allerdings wie ein erstes kleines Abendteuer. Aber das hatte ich mir auch selbst zuzuschreiben, da ich mir einen schönen dezentralen Platz für uns ausgesucht hatte. Problem: die 25m Kabeltrommel reichte für die Entfernung zwischen Wohnmobil und der für den Stellplatz vorgesehenen Steckdose leider nicht aus. Wie es der Zufall aber will, hatten unsere Nachbarn diese Erfahrung schon im Vorjahr gemacht. Durch diese netten Camper-Nachbarn lernten wir weitere (Dauer-)Camper kennen, die uns mit einer Verlängerung aushalfen. Da hieß es direkt: Auf gute Nachbarschaft!

Eine Wohlfühl-Oase, Spaß im Europa Park und Urlaubsfreundschaften

Montag stand dann unsere erste große Wegstrecke auf dem Programm! Gesagt, getan: früh aufstehen, waschen, frühstücken, Wohnmobil reisefertig machen und los. Denn die knapp 600 km zum nächsten Zwischenziel schafft man mit einem „Wandschrank auf 4 Rädern“ nicht in 6 Stunden. Es ging nach Ettenheim zum Campingpark Oase (https://www.campingpark-oase.de/), der 11 km entfernt vom bekannten Europa-Park, Rust liegt. Unsere Wahl, nicht direkt den Campingplatz auf dem Europa-Park-Camp Resort zu buchen, entpuppte sich als gute Idee, denn bei unserem Besuch am Mittwoch war der Park trotz der Corona-Situation sehr gut besucht und der Campingplatz am Park, gelinde gesagt, eine Betonwüste. Zum Parken war er aber okay. Im Freizeitpark selbst sind dann zu unserer Freude alle auf ihre Kosten gekommen, auch wenn es an manchen Fahrgeschäften trotz verringerter Besucherzahl zu Wartezeiten von ca. 1 Stunde gekommen ist.

Wir genossen die nette, familienfreundliche und entspannte Atmosphäre „in der Oase“ sehr und die Kinder schlossen kurzweilige Urlaubsfreundschaften. Erwähnenswert sind wirklich das liebevoll angelegte Freibad gleich nebenan und der italienische Eiswagen, der uns die Abende versüßt hat. Als wir dann am Donnerstag das Badeland Rulantica nicht besuchen konnten, weil es wegen Corona ausgebucht war (verrückt oder?), entschieden wir uns kurzerhand, schon mal Richtung Bodensee weiterzufahren.

Ein Fest für die Augen & die Mutter aller Seen

Auf dem Weg zu unserer Badealternative sind wir durch den schönen Schwarzwald gefahren. Es war alles in allem ein Schauspiel der Natur und beeindruckte uns unter anderem mit dem Simonswäldertal (Dreitälerblick) so sehr, dass kleine Pausen zum Staunen und fotografieren eingelegt wurden. Der Ausblick hier, mit den Nebelschwaden in den Wäldern war einfach atemberaubend.

In der Nähe des Titisees wurden wir dann doch noch fündig und kamen im Badeparadies Schwarzwald (https://www.badeparadies-schwarzwald.de/) alle voll auf unsere Kosten. Selbst unser 5-jähriger Sohn, der eigentlich nicht der erste ist, der „HIER“ schreit, wenn es um Wasserrutschen etc. geht, war nach kurzer Zeit hellauf begeistert und aus einem nicht vorhandenen „HIER“ wurde schnell ein „NOCHMAL, NOCHMAL“.

Noch am gleichen Tag ging es weiter zum Bodensee. Da wir dort nur eine Nacht bleiben wollten, haben wir uns für den Wohnmobilstellplatz in Überlingen entschieden. Am nächsten Morgen mussten wir leider mit Erschrecken feststellen, dass wir uns einen Steinschlag zugezogen hatten. Aber das war tatsächlich auch das einzig Negative, was wir in diesem Urlaub erlebt haben 😉

Familienbesuch & Sternencamp

Unsere Familie lenkte uns davon in den darauffolgenden Tagen erfolgreich ab, in dem wir in und um München herum zum Sommer-Rodeln loszogen, einen Wildpark besuchten und beim Grillen ein leckeres Bierchen zischten. Hach – so hatten wir uns das vorgestellt!

Viel zu schnell war das Wochenende wieder vorbei und die Familie durfte wieder arbeiten. Dafür ging unsere Wohnmobil-Tour durch Deutschland weiter. Auf zu tollen neuen Abenteuern! Die zweite lange Etappe führte uns in die Lausitz auf den Campingplatz Sternencamp (https://www.sternencamp-boxberg.de/), der direkt am Bärwalder See liegt. Dieser dient unter anderem zur Regulierung des Wasserstandes der Spree. Letzteres ist besonders zur ausreichenden Wasserversorgung im Biosphärenreservat Spreewald und in Berlin notwendig. Der Bärwalder See ist das Restloch des Tagebaus Bärwalde und ist mit einer Fläche von über 13 km² der größte See Sachsens und der drittgrößte See des Lausitzer Seenlands. Wirklich beeindruckend!

Das karibische Feeling hier ließ uns teilweise komplett vergessen, dass wir im Deutschland-Urlaub unterwegs waren und bescherte uns, wie auch schon die Orte zuvor, eine grandiose Auszeit. Von Montag bis Mittwoch machten wir Ausflüge, Fahrrad-Touren und genossen den wunderschönen Strand mit einer hervorragenden Wasserqualität, sowie mit teilweise feinstem „Ostseesand“.

Schon mal da gewesen, doch immer wieder eine Reise wert. Unser FAVORIT.

Eigentlich wollten wir die letzten 3 Tage unseres Urlaubes im Harz verbringen. Leider haben wir es verpasst uns rechtzeitig einen Termin für die Megazipline zu besorgen und aufgrund des wachsenden Risses in der Frontscheibe, haben wir uns für schon Bekanntes entschieden.
Der krönende Abschluss unseres Urlaubs wurde dann der familienfreundliche Campingpark Buntsprecht (https://www.campingpark-buntspecht.de/) im Havelland. Zwischen Berlin und Hamburg gelegen, wurde dieser Ort durch sein breites Angebot zum Favoriten unserer Kinder. Mit eigenem Bootsanleger, Streichelzoo, Abenteuerspielplatz, Fahrrad- und Bootsverleih, Hüpfburg und Tretbooten mit Wasserrutsche (die Aufzählung könnte noch ewig so weitergehen…) wurden all unsere Wünsche erfüllt. Nicht zu vergessen: die märkischen umliegenden Wälder!

Resümee

Wenn sich Pläne ändern, können daraus tolle positive Dinge, Situationen und Erinnerungen entstehen. Wir fanden es wirklich überall schön, lieben es Camping-Urlaub zu machen und werden es weiterhin tun. In welcher Form auch immer…

Steckbrief

Steckbrief-Image - Steffen Gosmann - Ein deutsches Sommer(ferien)märchen

Steffen (45)

Stadt Land Camp Logo Schmuckelement Straße mit Bäumen

Lieblingsstellplatz

                         Es war überall schön!

Lieblingsort/-strand/-berg

                         Der Strand vom Campingplatz Sternencamp.

Was kam total unerwartet / überraschend unterwegs?

                         Steinschlag am 6. Urlaubstag (echt ärgerlich)

Was habt ihr getan, was ihr niemals gedacht hättet?

                         Nichts, unser Urlaub war gut geplant.

Was habt ihr über euch selbst gelernt?

                         Wir lieben Camping und werden es weiterhin machen.

Gerne wieder Campingtour / Wiederholungsbedarf?

                         Sicher. Nächsten Sommer wohl mit einem Wohnwagen.

Nächstes Urlaubsziel?

Wahrscheinlich wird es die deutsche Ostseeküste, aber wir sind für alles offen und auch noch spontan genug.

Bildrechte by Steffen Gosmann